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🇧🇪 BELGIEN-KNALLER! ICH STEHE BEI LA RONDE DE MOUSCRON MITTEN IM HAIFISCHBECKEN

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Ich komme aus La Ronde de Mouscron und bin ehrlich: Dieses Rennen fühlt sich an wie ein Blick mitten ins Oberhaus des Frauenradsports. Riesige Bühne, Fernsehbilder, Fans am Marktplatz, ein brutal hohes Tempo - und dazu Gegnerinnen aus Women’s WorldTeams, ProTeams und starken Continental-Programmen. Genau deshalb ist dieses Rennen für mich und für uns als Wheel Divas so wertvoll. (UCI)


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Ich merke schon vor dem Start: Das hier ist kein normales Rennen

Für mich ist das mein erstes UCI-Rennen in Belgien. Und ich bin direkt geflasht. Auf dem Marktplatz in Mouscron ist richtig etwas aufgebaut. Zuschauerinnen und Zuschauer stehen da, Fans wollen Autogramme, Fotografen laufen herum, überall ist Betrieb, dazu große Bühne und Fernsehübertragung. Ich merke sofort: Das hier ist nicht einfach irgendein Rennen. Das hier ist ein Event mit Gewicht.

Inka Tulowitzki bei ihrem ersten Belgien Rennen | La Ronde de Mouscron 2026 (Wheel DIvas), Frauenradsport, Womens cycling
Mein erstes UCI-Rennen in Belgien: La Ronde de Mouscron bringt Inka Tulowitzki direkt ins Weltklasse-Feld des Frauenradsports. | La Ronde de Mouscron 2026 (Wheel DIvas)

Und genau das passt zur Kategorie des Rennens. La Ronde de Mouscron 2026 ist ein UCI-1.1-Rennen über 125 Kilometer. Es gehört inzwischen fest zum belgischen Frühjahr und hat schon Siegerinnen wie Chiara Consonni, Thalita de Jong, Martina Fidanza, Daria Pikulik, Susanne Andersen und jetzt Clara Copponi. Diese Siegerinnenliste sagt eigentlich alles: Wer hier vorn ist, fährt nicht in irgendeiner Nebenwelt des Sports; hier fährt die Spitze! (UCI)

La Ronde de Mouscron 2026, Wheel Divas Romy Kasper, Malin Bruhns, Corinna Lechner, Paula Gloning, Inka Tulowitzki
La Ronde de Mouscron 2026, Wheel Divas mit Romy Kasper, Malin Bruhns, Corinna Lechner, Paula Gloning, Inka Tulowitzki

Die Startliste liest sich wie ein Warnschild

Ich schaue auf die Teams - und sehe sofort, wie hoch das Niveau ist. Lidl-Trek und Uno-X Mobility kommen als UCI Women’s WorldTeams. St Michel - Preference Home - Auber93 ist ein UCI Women’s ProTeam. Wir als Wheel Divas stehen als UCI Women’s Continental Team dazwischen. Dazu kommen starke Continental- und Devo-Strukturen wie AG Insurance Soudal Devo Team, UAE Development Team, Liv AlUla Jayco Women’s Continental Team, Fenix-Premier Tech Development Team oder CANYON//SRAM zondacrypto Generation. Schon diese Mischung zeigt: Dieses Rennen ist formal „nur“ ein 1.1 - sportlich aber ein richtig dickes Brett.

Und dann sind da eben auch Namen, bei denen jede Fahrerin sofort weiß, was Sache ist. Alison Jackson steht auf der Startliste - also eine Olympiateilnehmerin und die Siegerin von Paris-Roubaix Femmes 2023. Clara Copponi steht da - spätere Rennsiegerin, Olympiateilnehmerin auf der Bahn und Europameisterin im Scratch 2024. Und Susanne Andersen, die Vorjahressiegerin, fährt für Uno-X ebenfalls wieder ganz vorne mit. Wenn solche Frauen im Feld sind, dann brauche ich niemandem zu erklären, wie hoch die Latte hängt. (Olympics)

Der Start? Sofort scharf. Sofort Chaos. Sofort Belgien.

Was mich direkt trifft: Es gibt keine neutralisierten Kilometer. Vom Start weg ist das Rennen scharf. Die Straße fällt leicht ab, alle wollen nach vorn, und schon nach ungefähr 500 Metern gibt es den ersten Sturz. Da denke ich nur: Willkommen in Belgien.

Ich starte mit Romy ziemlich weit hinten, weil die Vorbereitung vorher etwas länger dauert. Romy kommt besser nach vorn, ich nicht so gut. Ich bleibe deshalb über weite Strecken eher im hinteren Bereich des Feldes, meist dort, wo auch Corinna ist. Paula ist in den ersten Runden ebenfalls noch bei uns. Wir kämpfen uns immer wieder gemeinsam nach vorn, weil ich schnell merke: Auf den kleineren Straßen reißt das Feld sofort auseinander. Wer zu weit hinten fährt, bezahlt dafür. Sofort. Hart. Ohne Diskussion.

La Ronde de Mouscron 2026, Wheel Divas Romy Kasper, Malin Bruhns, Corinna Lechner, Paula Gloning, Inka Tulowitzki
La Ronde de Mouscron 2026, Romy Kasper (Wheel Divas)

Das Rennen wirkt flach - aber es ist trotzdem gnadenlos

Von außen sieht La Ronde de Mouscron oft wie ein klassisches schnelles belgisches Sprintrennen aus. Und ja: Das Finale endet wieder in einem Sprint eines großen Feldes. Aber dieser Eindruck täuscht ein wenig. Laut Resultatseite dauert es lange, bis überhaupt eine Ausreißergruppe wirklich steht. Lonneke Uneken fährt sogar einmal 12 Kilometer vor dem Feld, Febe Jooris wird erst 22 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Danach gibt es noch späte Attacken, vor allem von Lidl-Trek, bevor am Ende doch wieder die große Sprintentscheidung steht. Das Rennen ist also nicht simpel - es ist kontrolliert brutal. Schnell, nervös, technisch, mit ganz wenig Raum zum Durchatmen. (Cyclingnews)

Und genau das spüre ich im Rennen die ganze Zeit. Ich muss dauernd aufpassen, dass ich nicht zu weit nach hinten rutsche. Ich muss Lücken schließen. Ich muss Positionen halten. Ich muss lesen, wo sich das Feld streckt und wo es bricht. Das ist kein gemütliches Rollen. Das ist permanenter Alarm.


Unser Plan für die letzte Runde steht - und für einen Moment sieht es richtig gut aus

Vorher sprechen wir klar ab: Spätestens zu Beginn der letzten Runde treffen sich alle, die noch da sind, vorn mit Corinna, und dann fahren wir für ihren Sprint. Genau das versuchen wir. Ich spreche mich mit Corinna ab, wir gehen nach vorn, wir kommen sogar einmal bis zu Romy vor - genau diese Szene ist später auch in der TV-Übertragung zu sehen. In diesem Moment fühlt sich das richtig an. Genau dafür fahren wir hier.

Nur: Im Rennen zählt nicht, was man sich wünscht, sondern was die Beine zulassen. Corinna fühlt sich an dem Tag offenbar nicht gut genug für den Sprint und fällt wieder etwas zurück. Ich selbst schaffe es gegen diese großen Teams und diese starke Konkurrenz nicht lange ganz vorne zu bleiben. Also entscheide ich mich nicht für irgendeinen wilden Soloversuch, sondern rolle am Ende mit dem Feld hinein. Corinna macht es ähnlich.


Inka Tulowitzki bei ihrem ersten Belgien Rennen | La Ronde de Mouscron 2026 (Wheel DIvas), Frauenradsport, Womens cycling
Inka Tulowitzki sieht nur locker aus, knapp 50 km/h im Peloton | La Ronde de Mouscron 2026 (Wheel DIvas)

Die Zahlen wirken nüchtern - die Leistung ist es nicht

Im Ergebnis steht am Ende: Romy Kasper wird 32.Corinna Lechner wird 76.Ich werde 96. Malin Bruhns und Paula Gloning kommen nicht ins Ziel.

Wer nur diese Zahlen liest, versteht aber nur die halbe Geschichte. Denn vor mir stehen nicht irgendwelche Namen, sondern Fahrerinnen aus WorldTeams, ProTeams und extrem starken Development-Programmen. Gewonnen wird das Rennen von Clara Copponi für Lidl-Trek, also ein WorldTeam. Zweite wird Susanne Andersen für Uno-X Mobility, ebenfalls WorldTeam. Dritte wird Alicia González für St Michel - Preference Home - Auber93, also ProTeam. Die Top 5 zeigen damit schon die ganze Qualität dieses Tages: WorldTeam, WorldTeam, ProTeam, hochklassiges niederländisches Team, starke CTW-Struktur. So sieht das Niveau hier aus.

Und genau deshalb bewerte ich dieses Rennen positiv

Ich sage es ganz offen: Für mich ist das heute kein Rennen, aus dem ich nur auf die Platzzahl schaue. Ich schaue auf das ganze Bild: Ich fahre mein erstes UCI-Rennen in Belgien. Ich stehe in einem Feld mit WorldTeam-Sprinterinnen, Olympiateilnehmerinnen und einer Paris-Roubaix-Siegerin. Ich erlebe diese Geschwindigkeit, diese Enge, dieses permanente Gerangel um Positionen - und ich komme damit durch, lerne, arbeite, lese das Feld, mache meine Erfahrung auf genau dem Niveau, auf das wir als Team hinwollen. (Olympics)

Dazu kommt: Das Rennen wird am Ende mit 42,202 km/h Durchschnitt gewonnen. Das ist kein Bummelzug, das ist ein belgischer Hochgeschwindigkeits-Tag. Wenn man in so einem Rennen nicht auseinanderfällt, wenn man in der letzten Runde sogar noch den Versuch hinbekommt, gemeinsam mit den Teamkolleginnen nach vorn zu fahren, dann hat das für mich echten Wert.

Mein Fazit nach La Ronde de Mouscron

Ich gehe aus diesem Rennen nicht mit der Schlagzeile „riesiges Resultat“. Ich gehe aus diesem Rennen mit etwas, das für mich fast genauso wichtig ist: echtem Maßstab.

Ich sehe, wie groß die Bühne in Belgien ist. Ich sehe, wie hart diese Rennen gefahren werden. Ich sehe, wie scharf die Konkurrenz ist. Und ich sehe auch, dass wir als Wheel Divas dort nicht fehl am Platz sind. Nicht, weil wir schon alles beherrschen. Sondern weil wir uns genau in solche Rennen hineinbewegen müssen, wenn wir wachsen wollen.

La Ronde de Mouscron ist für mich deshalb mehr als nur ein weiteres UCI-Rennen. Es ist ein echter Realitätscheck. Ein Tag, der wehtut. Ein Tag, der beeindruckt. Und ein Tag, der mir ganz klar zeigt, wie hoch das internationale Niveau ist - und warum genau diese Erfahrungen für unsere nationale Entwicklung so verdammt wichtig sind.

Inka Tulowitzki bei ihrem ersten Belgien Rennen | La Ronde de Mouscron 2026 (Wheel DIvas), Frauenradsport, Womens cycling
Das ist Radsport: La Ronde de Mouscron 2026 (Wheel DIvas)

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