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🇩🇪 WHEEL DIVAS PRÄGEN DAS AIRFIELD-RACE-WOCHENENDE – AUF DER STRASSE, IM KRIT UND AUF DER MESSE

Aktualisiert: vor 14 Minuten

Das Airfield Race 2026 ist vorbei – und es zeigen sich zwei Wahrheiten: Berlin kann Frauenradsport sichtbar machen, bringt aber für seine eigene Meisterschaft noch immer zu wenige Frauen an die Startlinie. Wheel Divas liefern sportlich stark ab, Dieke Hendriks fährt aufs Podium, Stefanie Paul gewinnt ihre Masters-Klasse, Shelly zieht ihr Rennen trotz Nervosität durch – und parallel setzen Sina Päske und Shelly auf der VELOBerlin ein klares Zeichen für Community und Aufbau

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Das ist mehr als ein Rennen – das ist Berlins einzige Fahrrad-Bühne

Das Airfield Race läuft am 11. und 12. April 2026 auf dem Tempelhofer Feld im Rahmen der VELOBerlin. Der Berliner Radsport-Verband schreibt den Samstag als „Offene LV-Meisterschaft 1er-Straße Berlin“ und den Sonntag als „Offene Berliner LV-Meisterschaften Criterium“ aus.

Der BRV bewirbt das Wochenende als "hochklassiges" Event auf einem der außergewöhnlichsten Kurse der Stadt.

Trägt dieses Wochenende deshalb Gewicht? Flughafen, Messe, Publikum, Szene, Sport – das ist richtig keine Randveranstaltung. Das ist mindestens ein Format, das Frauenradsport mitten in Berlin sichtbar macht, wenn da nicht die dünne Startliste wäre. Beigetragen haben auch die Divas, denn der CTW- Status verbietet einigen Fahrerinnen den Start.

Airfield Race 2026 wird als offene Berliner Meisterschaft ausgetragen. Mit dabei Dieke Hendriks, Stefanie Paul und Shelly Melicchi0 (Wheel Divas Evolve Team) 📷 Julius Päske (Wheel Divas)
Airfield Race 2026 wird als offene Berliner Meisterschaft ausgetragen. Mit dabei Dieke Hendriks, Stefanie Paul und Shelly Melicchio (Wheel Divas Evolve Team) 📷 Julius Päske (Wheel Divas)

Samstag: Dieke fährt aufs Podium, Stefanie gewinnt ihre Klasse

Im Elite-Frauenrennen gewinnt Fabienne Jährig vom Berlin Cycling Team in 2:10:03,9 Stunden. Direkt dahinter fährt Dieke Hendriks von den Wheel Divas mit nur einer Sekunde Rückstand auf Platz zwei. Dritte wird Lena Charlotte Reißner vom LKT Team mit +1,9 Sekunden. Und diese Namen haben Gewicht. Der Berliner Verband hebt hervor, dass Fabienne Jährig U23-Europameisterin im Madison ist. Lena Charlotte Reißner ist Teilnehmer der Olympischen Spielen 2024 in Paris. Unsere Stefanie Paul wird Sechste gesamt und gleichzeitig erste Frauen-Masters-Fahrerin. Shelly Melicchio kommt als zweite Frauen-Masters-Fahrerin ins Ziel. Das Elitefeld umfasst 17 Starterinnen, 16 werden klassiert, eine Fahrerin fällt aus. (zpn-timing.de).  

Das ist sportlich kein Zufallsprodukt. Zwischen Platz eins und Platz sechs liegen gerade einmal 5,4 Sekunden. Das Rennen ist also eng, schnell und offen bis zum Schluss – und genau deshalb ist nach Diekes Vorjahressieg nun Platz zwei hoch einzuschätzen.

Airfield Race 2026 wird als offene Berliner Meisterschaft ausgetragen.  Fabienne Jährig (Berlin Cycling Team)Dieke Hendriks von den Wheel , Divas mit nur einer Sekunde Rückstand. Dritte wird Lena Charlotte Reißner vom LKT Team📷 Julius Päske (Wheel Divas)
 Airfield Race 2026 wird als offene Berliner Meisterschaft ausgetragen. Platz 1 Fabienne Jährig (Berlin Cycling Team), Platz 2 Dieke Hendriks (Wheel Divas) mit nur einer Sekunde Rückstand. Dritte wird Lena Charlotte Reißner (LKT Team)📷 Julius Päske

Sonntag: Dieke geht im Kriterium direkt wieder auf Angriff

Am zweiten Tag beschreibt Dieke das Rennen als echtes Kriterium mit Sprintwertung alle vier Runden. Vorn fährt sich eine Zweiergruppe frei, dahinter bildet sich eine Verfolgergruppe, dann folgt das Feld. Stefanie sitzt in der Verfolgergruppe, Dieke versucht, das Feld wieder heranzufahren, um die Lage noch einmal zu drehen. Doch ein anderes Team arbeitet nicht mit. Am Ende wird Dieke Fünfte und nach ihrer eigenen Einordnung zweite Berlinerin hinter Fabienne Jährig. Eine erste falsche Auswertung wird später korrigiert.

Gerade das sagt viel über ihren Auftritt. Dieke fährt nicht nur mit – sie versucht, das Rennen aktiv zu reparieren und offensiv zu gestalten. Samstag Podium, Sonntag wieder mitten im Geschehen: Das ist ein starkes Rennwochenende.


Dieke sagt auch, warum dieses Rennen für Berlin so stark ist

Und Dieke spricht noch einen anderen Punkt an: Ein Rennen auf einem Flughafen habe ein besonderes Geschwindigkeitsgefühl, eine eigene Wucht. Sie sagt offen, dass sie sich mehr solcher Rennen in und um Berlin wünschen würde. Gleichzeitig beschreibt sie die VELOBerlin als positives Gegenbild zu jener Aggression, die man auf dem Rad im Alltag oft erlebt: Auf der Messe werde sichtbar, dass Radfahren in Berlin eben auch Spaß, Austausch und Gemeinschaft sein kann.

Das trifft den Kern dieses Wochenendes. Das Airfield Race ist nicht nur sportliche Belastung, sondern auch ein kulturelles Schaufenster für den Radsport in dieser Stadt. (Berliner Radsport Verband e. V.)

Airfield Race 2026 wird als offene Berliner Meisterschaft ausgetragen. Mit dabei Dieke Hendriks, Stefanie Paul und Shelly Melicchi0 (Wheel Divas Evolve Team) 📷 Julius Päske (Wheel Divas)
 Airfield Race 2026: Shelly Melicchio rechts (Wheel Divas Evolve Team) mit Stefanie Paul (li) 📷 Julius Päske (Wheel Divas)

Shelly zeigt, worum Aufbau im Frauenradsport wirklich geht

Besonders eindrücklich ist das Wochenende auch aus Sicht von Shelly. Für sie beginnt der Tag nervös: neue Leute, neue Abläufe, Startnummer, letzte Hinweise von Sina Päske für ihr erstes Radrennen– und dann direkt rein ins Rennen. Sina sagt ihr noch, sie solle unbedingt im Windschatten bleiben, nicht zu früh vorn fahren. Die ersten Runden hält Shelly den Anschluss, dann wird die Lücke zu groß.

Entscheidend ist aber, was dann passiert: Shelly steigt nicht aus. Sie denkt kurz ans Aufgeben, sieht dann ihre Partnerin am Streckenrand, bekommt neuen Mut und zieht das Rennen durch. Später arbeitet sie noch mit einer anderen Fahrerin im Windschatten zusammen und kommt schließlich mit einem 31er-Schnitt ins Ziel. Danach wird sie von Partnerin, Team und später auch von Dieke empfangen. Ihr Fazit ist klar: hart, nervös, aber motivierend – und ein klarer Anstoß, weiter zu trainieren und mehr zu wollen.

Genau darin steckt die eigentliche Substanz dieses Wochenendes. Nicht nur Podium und Platzierungen zählen, sondern auch solche Entwicklungsgeschichten.


Die Statistik ist stark an der Spitze – und kritisch in der Breite

Jetzt kommt der heikle Punkt. Ja, diese Meisterschaft ist sportlich sichtbar. Aber die Zahlen zeigen auch ein Problem: Im Elite-Frauenrennen starten nur 17 Fahrerinnen. Für eine offene Berliner Meisterschaft in einer Millionenstadt ist das aber kein überwältigendes Feld.

Noch deutlicher wird es beim Berliner Anteil. Aus den offiziellen Ergebnissen lassen sich als klar Berlin-affilierte Teamstrukturen im Elitefeld sicher zählen: Berlin Cycling Team mit 4 Fahrerinnen, Wheel Divas mit 3 Fahrerinnen und BRC Zugvogel mit 2 Fahrerinnen. Das sind zusammen 9 von 17 Starterinnen, also nur 52,9 Prozent. Anders gesagt: Selbst bei einer Berliner Meisterschaft kommt nur gut jede zweite Fahrerin aus einem eindeutig Berliner Teamumfeld. Gleichzeitig stehen mit Jährig und Hendriks zwei Berliner Teamstrukturen auf dem Podium, und in den Top 6 finden sich 4 Fahrerinnen aus Berliner Teamstrukturen. Das rettet die sportliche Aussagekraft – aber die Breite bleibt für 36 Berliner Radsportvereine zu schmal.

Die ehrliche Bilanz lautet deshalb: Oben stark, unten zu dünn. Berlin hat sichtbare Teams, starke Einzelfahrerinnen und echte Präsenz an der Spitze. Aber Berlin bringt für seine eigene offene Frauen-Meisterschaft noch immer zu wenige Berliner Frauen an die Startlinie. Genau das ist die kritische Botschaft dieser Statistik.


Sina Päske und Shelly setzen auf der VELOBerlin ein klares Zeichen

Nachmittag treten Sina Päske und Shelly bei „Apéro & Austausch @ VELOBerlin – Women in Cycling Germany“ auf. Das Event läuft am 11. April am Flughafen Tempelhof als Meet-up von Women in Cycling Germany mit Messerundgang, Inputs, Diskussion und Netzwerkteil. (eventbrite.de)

Inhaltlich ist der Auftritt stark. Sina beschreibt die Wheel Divas als Berlins erstes Frauen-Profi-Radteam, das nicht aus einer klassischen Profischmiede stammt, sondern aus einem kleinen Verein gewachsen ist – von der Plattform für Frauen in Berlin über den Bundesliga-Sieg 2024 und den Vizetitel 2025 bis zur Profilizenz 2026. Gleichzeitig betont sie, dass Förderung nicht nur Geld bedeutet, sondern auch Verlässlichkeit, Werkstatt-Support und echtes Mitziehen – etwa durch Partner wie das Zweiradcenter Stadler. Gemeinsam mit Shelly stellt sie außerdem das Wheel Divas Evolve Team vor: als zweiten Arm neben dem Profiteam, für Frauen, die gemeinsam fahren, trainieren und lokale Rennen ausprobieren wollen, ohne sofort in eine Profi-Logik gedrückt zu werden.

Sina Päske (1.CEO Wheel Divas) bei Apéro & Austausch @ VELOBerlin - Women in Cycling Germany

Das ist der vielleicht klügste Satz des ganzen Wochenendes: Die Wheel Divas wollen nicht nur vorne mitfahren – sie wollen Strukturen bauen. Nach oben mit dem Profiteam. In die Breite mit dem Evolve Team. Genau so entsteht nachhaltiger Frauenradsport in Berlin.

5 Betreuer für 3 Fahrerinnen

Last but not least ist Radsport vor allem Logistik in Personal und Ausstattung. Dass heute alles professionell rund läuft- dafür sorgen den ganzen Tag die Sina Päske, Christine Mähler, Paul Rölz und Chefmechaniker David Paustian im Paar mit Tim Krause. Allen ein herzliches Dankeschön für den Einsatz!

Airfield Race 2026 wird als offene Berliner Meisterschaft ausgetragen. Mit dabei Dieke Hendriks, Stefanie Paul und Shelly Melicchi0 (Wheel Divas Evolve Team) 📷 Julius Päske (Wheel Divas)
 Airfield Race 2026 📷 Julius Päske (Wheel Divas)

Was vom Wochenende bleibt

Das Airfield Race 2026 liefert den Wheel Divas mehr als nur eine hübsche Ergebniszeile. Dieke Hendriks fährt auf der Straße aufs Podium und ist im Kriterium erneut offensiv präsent. Stefanie Paul gewinnt ihre Masters-Klasse. Shelly zeigt, was Dranbleiben wirklich heißt. Sina Päske und Shelly setzen parallel auf der VELOBerlin ein sichtbares Zeichen für Community, Zugang und Zukunft im Frauenradsport.

Aber das Wochenende zeigt eben auch: Berlin hat im Frauenradsport noch Arbeit vor sich. Die Spitze ist da. Die Sichtbarkeit ist da. Die Bühne ist da. Was noch fehlt, ist mehr Breite aus der Stadt selbst. Und genau deshalb wirken die Leistungen der Wheel Divas in diesem Rahmen noch größer – weil sie nicht nur Ergebnisse liefern, sondern zugleich helfen, diese Lücke kleiner zu machen. (zpn-timing.de)


Wheel Divas überlassen nichts dem Zufall


Marken des Wheel Divas Cycling Team und des Vereins

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