đŸ‡©đŸ‡Ș Deutsche Meisterschaften 2019

Aktualisiert: Okt 16


Am Ende war alles gut: MIt bestem Wetter fand die DM im Einzelzeitfahren und die Straßenrad-Meisterschaft an getrennten Orten statt. Zum Einen 28. 06.19 im Brandenburger Tagebau und 30.06.19 auf weltberĂŒhmten Sachsenring.

War bis Mai, Juni noch nicht einmal klar, ob ĂŒberhaupt Deutsche Straßen-Radmeisterschaften 2019 stattfinden werden, wendeten Bund Deutscher Radfahrer , RK Endspurt und Dietmar Lohr schlussendlich noch alles zum Guten.

Das Einzelzeitfahren Frauen, MĂ€nner fand auf dem TagebaugelĂ€nde von Spremberg, nahe Cottbus statt. Die Strecke fĂŒhlte sich nagelneu an und fĂŒhrte die Damen ĂŒber 30 Kilometer bei mehr als 30 °C auf der Strecke. 30°C - im Schatten - heißt 45 °C in der Sonne.

Bericht Marie: Die erste Fraus tartete um 15:30. Im Minutenabstand rollte ein nach der anderen von der Startrampe und begann ihr Rennen gegen die Zeit. Um 15:57 startete ich als erste aus unserem Team. Lange Zeit sah ich keine andere Fahrerin und versuchte ein gleichmĂ€ĂŸiges Tempo zu fahren

und nicht bereits am Anfang schon alle Körner zu verpulvern. Nach einigen Minuten kamen mir die ersten Fahrerinnen entgegen, die den Wendepunt bei Kilometer 15 bereits erreicht hatten und sich auf dem RĂŒckweg befanden. Ich versuchte anhand der bereits gefahren Kilometer und der verstrichenen Zeit meinen Abstand zu den anderen Fahrerinnen zu berechnen. Doch vergebens, denn das gesamte Blut wurde in meine Beine befördert und meine Gedanken waren ein einziges Wirrwarr. Um 16:20 war auch die letzte unserer Fahrerinnen Sandra in das Rennen gestartet. Als ich endlich den Wendepunkt erreicht hatte, freute ich mich bereits die HĂ€lfte geschafft zu haben. Jedes Mal als mir eine meiner Teamkollegen entgegen kam, gab mir dies einen Motivationsschub, da ich, wenn auch nur kurz, das Leiden auch in Ihren Gesichtern erkennen konnte. Nach 48:00.70 Minuten rollte ich mit letzter Kraft ĂŒber den Zielstrich. Damit landete ich auf Platz 46. Maria brauchte fĂŒr die Strecke 17 Sekunden lĂ€nger (Platz 49), Sandra belegte Platz 53 mit einer Fahrzeit von 48:51.56 und Lotta mit 18 Sekunden mehr Platz 56. Deutsche Meisterin mit einer Fahrzeit von 38:49.12 wurde Lisa Klein, vor Mieke KrĂŒger und Lisa Brennauer

Der zweite Teil der Meisterschaften fand in Hohenstein-Ernstthal/ Sachsen statt. Einmalig war, dass der Bund Deutscher Radfahrer nicht nur als Veranstalter, sondern auch als Ausrichter aufzutreten hatte. Mit dem ehemaligen Radrennfahrer und Rennorganisator Dietmar Lohr aus Chemnitz glĂŒckte gemeinsam mit der Sachsenring Event GmbH aus unserer Sicht ein sehr ansprechendes Rennen. Zu ansprechend, denn die "skurile Hitzeschlacht“ bei knapp 40°C hatte alle Damen mit mehr als zwei Minuten RĂŒckstand auf die Spitze aus dem Rennen zu nehmen. BegrĂŒndet wurde dies mit Sicherheitsbedenken bei den doch sehr steilen, mithin schnellen Abfahrten.

Die Stadt Hohenstein-Ernstthal gab eine Streckengenehmigung fĂŒr eine 12,9 Kilometer lange Runde, davon 3,5 Kilometer auf dem Sachsenring mit 183 Höhenmeter und in Summe 103km frei.

Alles gegeben, maximale Werte beim Jahreshöhepunkt erreicht. Das DNF (did not finished) als Ergebnis kann nicht ausdrĂŒcken, was erreicht wurde. Das gilt auch fĂŒr die ĂŒbrigen 71 deutschen Athletinnen, von denen lediglich 23 das Ziel erreichten.

FĂŒr uns bleibt bei aller Erwartungshaltung die Erkenntnis, Äpfel und Birnen sind nicht vergleichbar. BerufstĂ€tige, teilweise im Schichtsystem arbeitende Frauen werden keine Spitzenleistungen binnen weniger Jahre aufzubauen in der Lage sein. Die Perspektive hin zu einer professionelen Berliner Infrastruktur ist eine erste Voraussetzung, um vielleicht in drei oder vier Jahren kein DNF zu kassieren.

Die ersten Schritte sind getan. Wir werden den Weg weiter gehen.

Sandra: FĂŒr 80 Frauen ging es auf einem sehr welligen selektiven, wenn nicht sogar sehr

gefĂ€hrlichen Kurs. 7 mal war die Runde auf dem Sachsenring zu bewĂ€ltigen. Die Zeitkarenz betrug max. 2 min. Was viele Runde fĂŒr Runde merkten und aus dem Rennen zu nehmen waren: die Eine spĂ€ter, die Andere eher.

Es bleibt als Fazit die Frage, nach einem Aufwand- Nutzen- VerhÀltnis. Wheel Divas erhalten keine öffentlichen Förderungen und verstehen sich als Entwicklung - oder Perspektivteam. Ist eine Entwicklung zu erwarten, bei einem Rennen von weniger als anderthalb Stunden und einen nicht unerheblichen finanziellen, materiellen wie organisatischen und zeitlichen Aufwand?

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