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🎧Podcast: Kubanische Zigarren, Rotwein, 40-Stunden-Jobs: Der Wahnsinn hinter dem Profi-Team Wheel Divas!

Aktualisiert: vor 7 Stunden


„Unser Privatleben besteht aus dem Radsport“ – wie zwei Berliner ein Frauen-Profi-Team aus dem Nichts aufbauen. Im Podcast „Biker’s Paradise – Cycling Culture meets Entertainment“ erzählt, wie aus einem Bier am Ku’damm das erste professionell geführte Frauen-Radteam Berlins wurde. Zwischen 40-Stunden-Jobs, Ehrenamt, Sponsorenjagd und Familienleben wird klar: Hinter dem Trikot steckt ein System, nicht eine Laune. Wer wissen will, wie Frauenradsport in Deutschland wirklich funktioniert – und warum „Aufgeben keine Option“ ist – sollte diese Folge gehört haben.

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Warum sich das Hören lohnt:

Der Podcast „Profiteam Wheel Divas – Das Team hinter den Sportlerinnen“ ist mehr als eine nette Gesprächsrunde:

  • Wer Frauenradsport ernst nimmt, bekommt hier einen schonungslosen Blick auf Finanzierung, Strukturen und Politik.

  • Verbände, Politik, Sponsoren erfahren, was ihre Entscheidungen in der Praxis bedeuten.

  • Ehrenamtliche und Vereinsmenschen hören, wie man aus nichts ein UCI-Team bauen kann – mit System statt Mythos.

  • Fahrerinnen und Nachwuchssportlerinnen bekommen konkrete Bilder, wie ein Weg vom Schulhof bis ins Profi-Team aussehen kann.



Regierender Bürgermeister Kai Wegner mit Sina Päske im Roten Rathaus. Ehrung des ehrenamtlichen Engagements. . Frauenradsport, Berliner Radsportverein 📷 Julius Päske
Wheel Divas mit Sina und Hans-Günter Päske im Gespräch mit bikersparadise


„Unser Privatleben besteht aus dem Radsport“

Der Ton ist gesetzt, noch bevor der Jingle von Biker’s Paradise einsetzt:„Unser Privatleben besteht aus dem Radsport.“ – sagt Sina Päske.„Ich glaube, wir gehören im Frauenbereich zum professionellsten Kreis – zusammen mit LKT Cottbus.“ – setzt Hans-Günter Päske nach.Dazu die nüchterne Realität: „Wir haben Fahrerinnen mit 40-Stunden-Job.“

Moderator Martin Gertz bringt es auf den Punkt: „Das erste professionelle Frauenradteam Berlins.“ Damit ist klar, worum es in Folge #128 geht: um Strukturen, die man sonst nur aus WorldTour-Teams kennt – und um einen Verein, der das mit Ehrenamt, wenig Geld und sehr viel Sturheit durchzieht.


Intro, Vorschau und Reel zum bikersparadise_podcast

Vom Bier am Ku’damm zum UCI Women’s Continental Team

Ausgangspunkt der Geschichte: ein Bier mit Sportfotograf Arne Mill bei der Internationalen kids-tour. Die Frage: Warum vermisst in Berlin eigentlich niemand die Frauen im Radsport? Aus der Antwort entsteht 2015 die Idee eines Frauenteams, 2017 der Verein Wheel Divas e. V., 2026 die Kontinental-Lizenz.

Wheel Divas entscheiden sich bewusst gegen die übliche Kapitalgesellschaft und für einen klassischen Verein als Träger – ein Unikum im internationalen Frauenradsport. Der Preis dafür: Verwaltung, Satzung, Gemeinnützigkeit, Förderanträge, Sponsoring, Strukturen. Der Gewinn: ein System, das Leistungssport, Veranstaltungen und Bildung zusammen denkt.

Podcast von Alex Hüfner (links im Bild) und Martin Gertz (r.), produziert von Good Guys Entertainment, wöchentlich auf allen gängigen Podcast-Plattformen
Podcast von Alex Hüfner (links im Bild) und Martin Gertz (r.), produziert von Good Guys Entertainment, wöchentlich auf allen gängigen Podcast-Plattformen

Mehr als ein Team: Referate, CRM und die 40-Stunden-Woche im Ehrenamt

Im Podcast wird schnell klar: Hier werkelt niemand „aus dem Bauch heraus“.Hans-Günter beschreibt die Struktur fast wie einen Stab im Leistungssport oder beim Militär:

  • Referate für Leistungssport, Veranstaltung und Bildung

  • klare Aufgabenbeschreibungen

  • ein zentrales CRM-System, in dem alles dokumentiert wird

  • wöchentliche Kurz-Besprechungen pro Referat – maximal 30–45 Minuten

Der Rest? Läuft im Hintergrund – durch Ehrenamtliche, die Verantwortung übernehmen. „Wir holen uns Profis, lassen sie arbeiten und mischen uns nicht ständig ein“, sagt Sina. Statt Mikromanagement gilt sinngemäß das Steve-Jobs-Prinzip: Gute Leute einstellen, damit sie sagen, was zu tun ist – nicht umgekehrt.

Der Preis: Für Sina und Hans-Günter sind die Wheel Divas längst ein zweiter Vollzeitjob – je rund 40 Stunden pro Woche zusätzlich zur bezahlten Arbeit.



Fahrerinnen zwischen Schreibtisch, Schichtdienst und Bundesliga-Podium

Besonders deutlich wird im Gespräch die Doppelbelastung der Fahrerinnen:

  • Vollzeitstellen, Ausbildung oder Studium

  • Training vor der Arbeit („5:30 Uhr Rolle statt 6:30 Uhr Aufstehen“)

  • Urlaubstage, die komplett in Rennkalender und Trainingslager fließen

  • Rückkehr von Wettkämpfen um 2–3 Uhr nachts – und am Montagmorgen normal ins Büro

Hans-Günter bringt die sportmedizinische Pointe: Erholung ist der limitierende Faktor, nicht der Wille. Wenn die Wheel Divas trotz dieser Bedingungen Bundesliga-Podien und UCI-Erfolge einfahren, stellt sich zwangsläufig die Frage: Was wäre möglich, wenn einige Fahrerinnen nur noch 20 Stunden arbeiten müssten?

Genau hier setzen die Gespräche mit Sponsoren an: Lohnersatzleistungen, um unbezahlten Urlaub und echte Regenerationsphasen zu finanzieren.


Sponsoren, Senat, Landessportbund: Wer bezahlt eigentlich den Traum?

Der Podcast spart die unbequeme Seite nicht aus: die Finanzierung.

Wie Sponsoring oft beginnt? Mit brutaler Ehrlichkeit. Bei Stadler lautet die erste Reaktion sinngemäß: „Schon wieder so eine Idee – wie werde ich den schnell los?“ Antwort: mit Geld. Heute ist Zweirad Center Stadler Berlin einer der wichtigsten Partner – materiell und beratend.

Auf der politischen Seite suchen die Wheel Divas den direkten Draht:

  • Direktmitgliedschaft im Landessportbund Berlin, um nicht länger filternd über den Fachverband gehen zu müssen.

  • Klar formulierte Kritik an Berliner Senat, Radsportverband und auch an BDR / German Cycling, wenn Gleichstellung und Förderlogik offenkundig nicht zusammenpassen.



Bike academy & Oder-Rundfahrt: Basisarbeit statt PR-Sprech

Der Podcast erzählt nicht nur von Profis, sondern auch von Basisarbeit, die sonst kaum vorkommt:

  • Mit der bike academy (bike-fit) holt der Verein Kinder in Berliner Kiezen aufs Rad, oft direkt im Sportunterricht – in enger Zusammenarbeit mit den Präventionsbeauftragten der Polizei Berlin. Die Realität: In der Verkehrserziehung fallen im Durchschnitt rund 50 % der Kinder durch; mit der Bike academy schaffen die Wheel Divas nahezu 100 %.

  • Mit der Internationalen Oderrundfahrt Women’s Race, gemeinsam mit dem Frankfurter Radsportclub FRC90, haben sie aus einer ehemaligen Männerrundfahrt ein Format entwickelt, das Frauen und Nachwuchs in den Mittelpunkt stellt – mit Perspektive auf ein künftiges UCI-Etappenrennen.

Hier wird deutlich: Die Wheel Divas sind kein reines „Race-Projekt“, sondern ein Verein, der Leistungssport, Veranstaltungen und Bildung als Gesamtauftrag versteht.

nach gut einer Stunde und einem einzigen Anlauf ist alles im Kasten. Danke an die Gastfreundschaft von FluxFM und Alex Hüfner und Martin Gertz (Good Guys Entertainment)
nach gut einer Stunde und einem einzigen Anlauf ist alles im Kasten. Danke an die Gastfreundschaft von FluxFM und Alex Hüfner und Martin Gertz (Good Guys Entertainment)

Ehrenamt, Kubanische Zigarren – und der Blick nach Paris

Trotz aller Strukturen bleibt Platz für Selbstironie. Auf die Frage, woher bei all dem Stress die Kreativität für neue Lösungen kommt, antwortet Hans-Günter trocken: „Kubanische Zigarren und Rotwein. Das Rezept funktioniert immer.“ So skizzieren mit Humor, klaren Kanten und einer unmissverständlichen Haltung („Aufgeben ist keine Option – aufgeben kannst du bei der Post.“) Sina und Hans-Günter ihre Vision: In zehn Jahren wollen sie mit den Wheel Divas bei der Tour de France Femmes stehen. Die Hosts Martin Gertz und Alex Hüfner sichern schon mal zu, dann „als freiwillige Helfer am Podium“ dabei zu sein.

Warum sich das Hören lohnt

Der Podcast „Profiteam Wheel Divas – Das Team hinter den Sportlerinnen“ ist mehr als eine nette Gesprächsrunde:

  • Wer Frauenradsport ernst nimmt, bekommt hier einen schonungslosen Blick auf Finanzierung, Strukturen und Politik.

  • Verbände, Politik, Sponsoren erfahren, was ihre Entscheidungen in der Praxis bedeuten.

  • Ehrenamtliche und Vereinsmenschen hören, wie man aus nichts ein UCI-Team bauen kann – mit System statt Mythos.

  • Fahrerinnen und Nachwuchssportlerinnen bekommen konkrete Bilder, wie ein Weg vom Schulhof bis ins Profi-Team aussehen kann.



Wer danach noch behauptet, „Ehrenamt sei nur ein Hobby“, hat nicht zugehört.


Wir überlassen nichts dem Zufall.



Marken des Wheel Divas Cycling Team und des Vereins

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