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🇩🇪 BERLIN, WACH AUF! INTERVIEW: RADWEGE HELFEN NICHT, WENN KINDER NICHT RAD FAHREN KÖNNEN. DAS SCHUL-FAHRRAD-DRAMA IST NICHT MEHR ZU ÜBERSEHEN

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Viele reden in Berlin über Verkehrswende, Sicherheit und gesunde Kinder. Aber wenn es darum geht, an Schulen wirklich etwas zu tun, wird es schnell still. Für Wheel Divas ist das kein Randthema – es ist der blinde Fleck der Berliner Mobilitätswende. Viele reden über Radwege. Wir stehen mit der BikeAcademy vormittags in Schulen und bringen Kindern das Radfahren wirklich bei.


BikeAcademy (Wheel Divas) bildet Berliner Schüler für die Fahrradprüfung aus. Berliner Kurier im Interview mit Hans-Günter Päske
Wheel Divas im Interview zur BikeAcademy

Der Kurier-Artikel trifft einen Nerv

In meinem Interview am 22.04.26 mit Sharone Treskow vom Berliner Kurier sprechen wir aus, was in Berlin viel zu lange verdrängt wird: In den Klassen drei und vier können nach Erfahrung unseres Chef der bikeAcademy Ronny Grähn etwa 25 Prozent der Kinder überhaupt nicht mehr Fahrrad fahren. Noch härter: Nach Aussage aus dem Berliner Polizeikontext bestehen im Berliner Durchschnitt nur rund 50 Prozent die Fahrradprüfung – die andere Hälfte fällt durch.

Das ist kein neues Problem. Schon 2014 berichtete die Berliner Morgenpost, dass viele Berliner Viertklässler nicht richtig Rad fahren können. 2023 schrieb der Tagesspiegel erneut über motorische Defizite bei Viertklässlern; 2025 griff auch der Kurier wieder auf, dass viele Kinder Probleme beim Bremsen, Spurhalten und Handzeichengeben haben. Berlin kennt das Problem also seit Jahren. Es ist nur politisch bequemer, es nicht wirklich zu lösen.


Fortschrittsbericht? Fortschritt für wen?

Genau hier wird es absurd. Der Berliner Radfortschrittsbericht 2024 meldet 23,6 Kilometer neu gebaute oder verbesserte Radverkehrsstrecken, darunter 13,6 Kilometer Radfahrstreifen, davon 8,2 Kilometer geschützt, außerdem 5,4 Kilometer Fahrradstraßen und 2.380 neue Fahrradstellplätze. Das klingt nach Fortschritt. Auf dem Papier.

Ronny Grähn, Chef der BikeAcademy fragt scharf, aber notwendig: Wer soll diese Radwege eigentlich benutzen, wenn Kinder gar nicht mehr sicher Rad fahren lernen? 

"Eine Stadt kann Tausende Meter Radinfrastruktur melden. Aber wenn Kinder nicht bremsen, nicht spurhalten, nicht abbiegen, nicht aufsteigen, nicht Schulterblick können – dann ist das kein Fortschritt. Dann ist es Asphaltstatistik." (Ronny Grähn, Chef BikeAcademy)

Das Berliner Mobilitätsgesetz spricht von Verkehrssicherheit, Vision Zero und Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer. Es soll den Umweltverbund aus ÖPNV, Fuß- und Radverkehr stärken. Genau daran messen wir den Senat. Und genau da fällt er beim Thema Kinder durch.



Mobilitätswende beginnt nicht im Planungsbüro, sondern auf dem Schulhof

Genau das machen wir mit der BikeAcademy. Ronny und unser Team gehen vormittags an Schulen. Nicht für Show. Nicht für vier Stunden Kegelparcours und Pressefoto. Sondern als echte Ausbildung. Ergebnis: Dort, wo wir vollständig ausbilden, liegt die Bestehensquote bei 100 Prozent. Dort, wo Schulen Stunden kürzen oder Ausbildung nur halbherzig zulassen, fällt die Quote – in einem Beispiel von 100 auf 75 Prozent.

Und der Bedarf ist riesig. Allein aus dem Nordosten Berlins liegen uns Bedarfsmeldungen von rund 3.500 Kindern vor. Berlin schult jährlich etwa 30.000 Kinder ein. Das heißt: Schon dieser eine regionale Bedarf entspricht mehr als zehn Prozent eines Einschulungsjahrgangs.


Bundesliga, CTW – und trotzdem Schule und Veranstaltung

Das ist der Punkt, den viele nicht verstehen: Die Wheel Divas sind nicht nur ein Frauenradsportteam. Wir sind Bundesliga-Sieger 2024, Vizemeister 2025 und fahren 2026 als Women’s Continental Team international. Aber wir glauben nicht an Sport als Hochglanzinsel. Vor dem Leistungssport kommt Ausbildung, und sie muss zurück in die Gesellschaft!

Darum gehört unsere BikeAcademy genauso zu uns. Wer Frauenradsport ernst nimmt, muss auch Mädchen und Jungen in Schulen ernst nehmen. Wer über Mobilitätswende spricht, muss Kindern Mobilität beibringen. Alles andere ist eine übliche Sonntagsrede.


Wheel Divas bieten unterschiedliche Qualifikationen an. Hier der SafeRider (gleichwertig zum Seepferdchen beim Schwimmen)
Wheel Divas bieten unterschiedliche Qualifikationen an. Hier der SafeRider (gleichwertig zum Seepferdchen beim Schwimmen)

Der eigentliche Skandal

Der Skandal ist nicht, dass Kinder durchfallen. Der Skandal ist, dass Berlin seit Jahren davon weiß – und trotzdem keine klare Lösung, keine zentrale Nachprüfung, keine stabile Finanzierung und keinen flächendeckenden Bike-Coach-Pool organisiert. Das Schulgesetzt schreibt es vor, die Schulen wissen nicht wie und wir bieten Lösungen an. Wir bilden Kinder aus. Wir suchen Bike Coaches. Wir reden mit Hochschulen über Sportstudierende, Übungsleiter- und Trainer-C-Logik.

Aber solange Berlin lieber Fortschrittsberichte schreibt, statt Kindern Radfahren beizubringen, bleibt die Mobilitätswende unvollständig. Radwege ohne Radkompetenz sind halber Fortschritt. Und halber Fortschritt reicht nie aus.


Frauenradsport trifft Bildung- Jetzt den Kurier-Artikel lesen

Der Berliner Kurier zeigt, worum es wirklich geht: nicht um Ideologie, sondern um Kinder, Sicherheit, Teilhabe und Verantwortung. Wer verstehen will, warum unsere BikeAcademy gebraucht wird, sollte diesen Artikel lesen. Denn er zeigt klar: Viele reden. Wir machen. Und zwar dort, wo es zählt – in den Schulen. (Berliner Kurier)


Viele reden über Mobilitätswende. Die BikeAcademy der Wheel Divas bringt Kindern das Radfahren direkt an Berliner Schulen bei.


Wheel Divas überlassen nichts dem Zufall


Marken des Wheel Divas Cycling Team und des Vereins

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