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June 10, 2019

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Giro delle Dolomiti - 4.Tag mit technischen Hindernissen

»Rennen werden von dem gewonnen, der am meisten leiden kann.«* 48 Kehren, Endorphin und eiserner Wille und 1851 Höhenmeter auf nur 67 km.

 

 

Auf den Spuren des Giro d’Italia, zum Stelvio , auch genannt Passo dello Stelvio oder auch Stilfser Joch. Mit 2757 über Null ist das Stilfser Joch auch der höchste Gebirgspass in Italien. Die Passstraße ist wegen der Höhe nur zwischen Mai un Oktober befahrbar.

 

Gestern war Ruhetag und heute ging es mit 1851 Höhenmetern gleich wieder in die Vollen.  Die übliche Zeitmessung in begann in der Gemeinde Prad am Stilfserjoch im Vinschgau in 915m. Von dort fuhren wir durch eine angenehme Schluchtkulisse bis nach Gomagoi und schliesslich nach Trafoi. 

 

Die Königin der Passstraßen“ ist der wohl meistgebrauchten Beiname hoch zum des Stilfser Jochs.48 Kurven bis auf den Gletscher zu meistern- das war dann unsere einzige Aufgabe: Von 915 auf 2.757m ohne Ruhepause.

 

 

Die Kehren schrauben sich mit durchschnittlich 9-11% und maximal 15% Steigung nach oben. Bis zur Kehre 31 führt die Straße durch den Wald und nach dem ersten Drittel geht einem durch den Kopf: "Kann nicht mehr so schlimm werden." Oh doch!

 

Die Kehre 29 liegt knapp unter der Baumgrenze und öffnet den Blick auf das zentrale Bergmassiv im Nationalpark Stilfser Joch, den vergletscherten Ortler. Ab der 24 ist der Blick frei und man ahnt, was tatsächlich noch alles auf einen zukommt. Der Anblick der noch zu fahrenden Kehren ist ernüchternd.

 

Treten, treten, treten- und dann dieser wirklich unglaubliche Ausblick. Spätestens in der Kehre 14 erreicht der Endorphinspiegel eine ungeahnte Höhe. Die letzten Kurven bis zum Pass sind durch die dünne Höhenluft für alle nicht ohne. Und dann...Endlich! 48 Kehren und etliche Höhenmeter bezwungen, 2.757 m Passhöhe.

 

Die Tour kann hier gut nachvollzogen werden.

 

Oben angelangt, war es kalt und ging nach einer kleinen Stärkung abwärts über den Umbrailpass in die Schweiz nach Prad.


 

 

 *Video: Michele Colman

 

 

Bericht von Maren
 

Statt um 7, ging es um 6 Uhr am Morgen Richtung Messe Bozen, um von dort aus mit dem Bus Richtung Schweiz zu fahren.

 

Prad am Stilfserjoch also noch auf der italienische Seite angekommen, wollten wir uns für den Start bereit machen.

 

Doch wie schon bei der 1. Etappe ist meine Schaltung ausgefallen, nur ließ sich diesmal gar nichts machen. Es blieb einer starrer Gang oder Kette rechts. Als es langsam hochging habe ich gemerkt, dass ich mit der Kette rechts nicht weiterkomme und musste das ganze Feld an mir vorbeilassen.

 

Gerry Zanolini - unser und der Meachaniker vom Giro delle Dolomiti - kam und half mit der Schaltung. Keine Chance- sie bewegte sich kein Stück. Dann kann unserer Manager und sie versuchten es beide. Ohne Erfolg. Zwischenzeitlich war das komplette Feld weg. Die Schlatung sagte gar nichts. Abhilfe kam über die starre Einstellung der minimalsten Übersetzung: 36/31. Ein Gang und 2.758 Höhenmeter. Ich musste hoch, ich wollte hoch und ich kam hoch.

 

 

 

 

 

 

 

 *Quelle: Giro delle Dolomiti

 

 

Mit "klebener Flasche" aus dem dem Teamauto habe ich es dann wieder an das schon auseinander gezogene Feld geschafft. Es folgten 24km an einem nicht enden wollenden Berg. Ich kämpfte mich hoch, was ich ohne die Zurufe und Aufmunterungen von Helene, meinem Teammanager und meiner Mutter nicht so hinbekommen hätte.

 

Als ich dann von weiten schon das 2km Schild gesehen habe und das Zwischenziel quasi direkt vor mir lag, kam der erneute Rückschlag mit der Schaltung. Sie schlug sind ohne Rücksicht auf eine kleinere Übersetzung und so musste ich dann die letzten 2km im Wiegetritt den Berg hoch.

 

Oben angekommen war ich ziemlich froh, da zu sein, Wir haben uns noch schnell gestärkt, bevor wir in den Berg wieder runter mussten.

 

Als die Abfahrt zu Ende war und es wieder "flach" wurde, merkte ich plötzlich, dass sich die kleine "Bergübersetzung" nicht fahren ließ.Mit Hilfe von Laura und dem Teamauto mit "klebener Flasche" erreichten wir alle im Ziel. Und nur darauf kommt es an.

 

Vielen Dank auch an unseren fast schon persönlichen Tourguide Gerry Zanolini für professionelle Betreung während der 48 Kehren.

 

Das Wetter war heute wieder 34 Grad in Bozen, blauer Himmel.

 

* Eddy Merckx